Radtour Masuren Juli 2026

Vom 11. bis 19. Juli 2026 mit dem Rad durch Masuren

278 km und 2163 Höhenmeter mit dem Fahrrad ohne E-Antrieb. Die Reise habe bei RAD+REISEN gebucht. Die Anreise/Abreise erfolgte mit LOT von Wien nach Warschau. Vom Flughafen bin ich mit Uber in das erste Hotel Ibis Styles gefahren. Ein schönes, modernes Hotel unweit des Zentrums der Altstadt. Um 19 Uhr trafen wir uns mit dem Reiseleiter Gregor zur ersten Besprechung. Dort wurde auch der erste Kontakt mit den Mitreisenden aus Deutschland und der Schweiz hergestellt.

Die hier beschriebene Radtour wurde als geführte Tour angeboten. Der Reiseleiter Gregor zeichnete sich durch Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und eine umfassende Wissensvermittlung hinsichtlich der Geschichte, Flora und Fauna des betreffenden Landes aus.

Tag 1: ANREISE – Warschau

Um 14:00 Uhr ging es mit dem Flieger von Wien nach Warschau, wo ich nach nur 75 Minuten angekommen bin. Mit Uber ging es dann ins Hotel Ibis Styles, wo ich mein Zimmer bezog. Ein geplanter Spaziergang fiel buchstäblich ins Wasser, denn es schüttete in Strömen.

Um 19:00 Uhr versammelten sich die Teilnehmer der Reise mit dem Reiseleiter in der Lobby des Hotels, um den Plan für den nächsten Tag zu besprechen.

Tag 2: Warschau – Kruttina

Nach dem Frühstück stand eine Stadtrundfahrt mit kurzer Führung durch Warschau auf dem Programm. Um 12:00 Uhr ging es mit dem Bus nach Masuren (ca. 200 km). Der erste Stopp in Masuren war an einer malerischen Stelle in der Johannesburger Heide. Hier befindet sich das Geburtshaus von Ernst Wiechert. Dort wurden die Räder verteilt und die erste Tour nach Kruttina (Krutyn) stimmte uns auf Masuren ein.

14,6 km 93 Hm

Tag 3: Rundtour -Kruttina

Am Vormittag stand eine Fahrradtour durch die Johannisburger Heide (Puszcza Piska), das größte Waldgebiet in Masuren, auf dem Programm. Die Heide ist bekannt für ihre dichten Fichten- und Kiefernwälder. Hier leben viele Tiere, darunter Hirsche, Elche, Rehe, Wildschweine, Hasen und Füchse. Nach der Mittagspause fuhren wir durch masurische Dörfer nach Eckertsdorf (Wojnowo). Dieses von russischen Altgläubigen gegründete Dorf ist für seine orthodoxe Kirche bekannt. Dort besuchten wir die orthodoxe Kirche des Klosters Cerkiew pw. Zaśnięcia Bogurodzicy (Kloster „Entschlafen der Gottesmutter“). Nach der Rückkehr zum Hotel und einem ausgezeichneten Abendessen unternahmen wir noch eine Bootstour auf der Krutynia. Anschließend gab es einen romantischen Abend mit Lagerfeuer und Musik.

51 km, 271 hm

Tag 4: Kruttina – Nikolaiken

Am Vormittag unternahmen wir eine 5,8 Kilometer lange Kajaktour auf dem Fluss Kruttina. Dabei mussten wir eine Schleuse überwinden, indem wir das Boot auf die niederliegende Seite trugen. Nachmittags unternahmen wir dann eine Radtour durch den Masurischen Landschaftspark nach Nikolaiken. Der Masurische Landschaftspark mit seinen einsamen Wäldern, Moorlandschaften und weiten Seen ist eine landschaftliche Perle des ehemaligen Ostpreußens. Unterwegs besuchten wir das Museum Klasztor Żeński Staroobrzędowców, ein ehemaliges Nonnenkloster, in dem die letzte Nonne am 8. April 2006 verstorben ist. Über gute Waldwege und schmale Straßen gelangten wir zu einer wissenschaftlichen Station, in der Biber und die sogenannten Tarpane, kleine polnische Pferde, gehalten werden. Anschließend setzten wir in ca. 15 Minuten mit einer Fähre über und fuhren dann weiter nach Nikolaiken.

50,6 km, 395 hm

Tag 5: Rundtour – Nikolaiken

Am Vormittag stand eine Schifffahrt mit dem Fahrrad von Mikolajki nach Ryn auf dem Programm. Die Fahrradtour am Nachmittag führte an malerischen Dörfern und den Masurischen Kanälen vorbei. Anschließend waren Entspannung in Nikolaiken, ein Stadtbummel und eine Kaffeepause angesagt.

33 km, 242 hm

Tag 6: Görlitz – Sensburg

Nach dem Frühstück fuhren wir mit dem Bus nach Görlitz. Dort besichtigten wir die Wolfsschanze, das ehemalige Hauptquartier Hitlers in Ostpreußen. Anschließend ging es mit dem Fahrrad weiter zur Schlossmanufaktur in Nakomiady. Sowohl die Schlossmanufaktur als auch das angrenzende Herrenhaus Eichmedien mit seinen Prunkräumen und Gärten wurden besichtigt. Anschließend fuhren wir weiter zur Unterkunft in Sensburg.

44 km, 391 hm

Tag 7: Rundtour nach Sorquitten

Der Tag startete mit einer Fahrradtour durch die Vergangenheit. Es ging durch einsame Gegenden und wunderschöne Landschaften nach Sorquitten. Am Nachmittag stand die Besichtigung der evangelischen Kirche auf dem Programm, bevor es wieder zurück nach Sensburg ging. Meiner Meinung nach war das die anstrengendste Etappe.

56 km, 463 hm

Tag 8: Sensburg – Hl. Linde – Rössl

Nach dem Frühstück fuhren wir nach Heilige Linde (Swieta Lipka), wo sich eine wunderschöne Barockkirche befindet. Wir erkundeten das Bauwerk bei einer Besichtigung mit einer Fremdenführerin und einem Orgelkonzert. Danach fuhren wir weiter nach Rössl, dessen prächtige Burg wir besichtigten. Wir stiegen die über 200 Stufen den Turm hinauf. Anschließend fuhren wir 4,5 Stunden mit dem Bus zurück nach Warschau. Bei einem köstlichen gemeinsamen Abendessen spazierten wir bei Nacht zurück zum Hotel. Und hier endete eine schöne Tour mit einem super Guide und netten Mitradlern.

28,7 km, 308 hm

Tag 9: Warschau und Abreise

Ich hatte noch etwas Zeit, Warschau zu erkunden, da ich meinen Rückflug erst für 17:20 Uhr gebucht hatte. Ich habe mir das Museum zum Warschauer Aufstand angesehen. Es ist wirklich beeindruckend.

Das Museum des Warschauer Aufstandes von 1944 ist eines der beliebtesten Museen in Warschau. Es geht um den zivilen Aufstand von 1944, der zur Zerstörung der Stadt und Vertreibung der Bevölkerung geführt hatte.

Ein echtes Highlight war der Highline Warsaw im Varso Tower. Mit seinen 230 Metern ist er der höchste Aussichtspunkt in Warschau, Polen und auch in der EU. Der Wolkenkratzer mit der Aussichtsterrasse liegt sehr zentral und bietet einen atemberaubenden Blick in alle Himmelsrichtungen.

Danach ging's zurück zum Hotel, ich habe mich umgezogen und dann mit Uber zum Flughafen gefahren. Um 18:50 Uhr bin ich in Wien gelandet.

Resümee

Meine Radreise durch die masurische Seenplatte liegt nun hinter mir – und was für eine Reise das war! Auf zwei Rädern habe ich unzählige kleine Seen entdeckt und bin durch die größten zusammenhängenden Waldgebiete Mitteleuropas geradelt. Diese Landschaft hat mich vom ersten Moment an begeistert und war der perfekte Rahmen für einen aktiven Urlaub.

Begonnen und geendet hat alles in Warschau mit einer Stadtbesichtigung. Von dort aus führte mich die Reise über sanfte Hügel, vorbei an kristallklaren Seen und durch dunkle Wälder, die zu Recht als Wahrzeichen Masurens gelten. Ich habe eine friedvolle Ruhe erlebt, wie ich sie selten zuvor gefunden habe – umgeben von riesigen Urwäldern und weitläufigen Naturparks. Weite Heideflächen, herrlich saubere Flüsse und Seen sowie jahrhundertealte Alleen haben das Landschaftsbild auf jedem Kilometer geprägt.

Neben dem Radfahren selbst bot mir das umfangreiche Programm zahlreiche Highlights: Bootsfahrten über die weiten Seen, eine Kajaktour durch enge Wasserwege sowie Besichtigungen beeindruckender Naturschauspiele, Orte und Städte. Dabei habe ich ein jung gebliebenes, lebendiges Land kennengelernt und die ehrliche Gastfreundschaft der Menschen der masurischen Seenplatte hautnah erfahren.

Rückblickend war diese Reise weit mehr als nur ein Radurlaub – sie war eine Entdeckungsreise durch eine der schönsten und ursprünglichsten Landschaften Mitteleuropas, die ich so schnell nicht vergessen werde. Perfekt begleitet von Gregor, unserem Tourguide.

Hier noch ein Video. Es sollte auch ein Download möglich sein.